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Gutes Klima im neuen Schulhaus Pfingstweid


20.02.2020 10:26 Uhr (CET) | PThuer@erichkeller.com

In Zürich gibt es immer mehr Schüler. Die Prognosen gehen davon aus, dass es bis zum Schuljahr 2025/26 über 300 Klassen mehr in der Stadt braucht als heute (siehe auch: NZZ-Beitrag). Entsprechend werden neue Schulen gebaut, so auch das neue Schulhaus Pfingstweid im Quartier Zürich-West. Es erfüllt dank der effizienten Energieerzeugung, der sehr gut gedämmten Gebäudehülle, der geringen Erstellungsenergie sowie mit effizienter Klimatechnik die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft.


In den letzten zwanzig Jahren ist die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner von Zürich-West von 1600 auf 5400 angestiegen. Wenn sich ein Quartier so schnell entwickelt, stellt dies auch die Schulraumplanung vor einige Probleme. Das neue Schulhaus Pfingstweid soll nun den Mangel an Unterrichtsräumen in Zürich-West beheben. Das im Sommer 2019 eröffnete Schulhaus befindet sich in einem ehemaligen Industriequartier und schliesst gleich an den Pfingstweid-Park. Es ist ein Bau mit zwei Gesichtern: die parkseitige Fassade mit den Laubengängen in warmem Holz unterscheidet sich deutlich von den strassen- und stirnseitigen Fassaden mit heller, eloxierter Metallblechverkleidung. Die Schulzimmer sind auf den Pfingstweid-Park ausgerichtet, die Gänge auf die Pfingstweid-Verkehrsachse. Das Schulhaus verfügt über 9 Klassenzimmer mit Gruppenräumen sowie eine Bibliothek, eine Turnhalle, eine Mensa, einen Mehrzweckraum und diverse Betreuungsräume. Seit Sommer 2019 werden rund 120 Schülerinnen und Schüler der 1.–5. Klasse dort unterrichtet.


Die Erschliessungszone ist auch ein passiver Lüftungskanal


Das Innenleben des Gebäudes erfüllt multifunktionale Ansprüche. Der Korridor ist Erschliessungszone und passiver Lüftungskanal in einem. Hier strömt frische Aussenluft ein und gelangt ohne zusätzliche Leitungen und Rohre über Spezialdurchlässe – so genannte Verbundlüfter der Erich Keller AG – in die Unterrichtsräume. Die Brüstungsgeräte Rio-Therm konditionieren den Luftwechsel für jeden Raum klimatisch. Die Energie zum Heizen, für Warmwasser und Kühlung stammt aus dem CO2-armen Versorgungsnetz der benachbarten «City West», das Fernwärme und Grundwasser nutzt.


Klimatechnik im Detail


Ergänzend zu einer Fussbodenheizung werden zur Deckung des Wärme- und Kühlbedarfs hocheffiziente Rio-Therm-Klimageräte – das sind dezentrale Wärmetauscher der Erich Keller AG – sowie Verbundlüfter eingesetzt. Es handelt sich dabei um Klimaschränke und Brüstungsgeräte. Letztere sind so konstruiert, dass das Gehäuse auch gleich der Raumabschluss ist und keine bauseitige Brüstungsverkleidung nötig war. Zudem mussten die Gehäuse erhöhte Anforderungen an den Schallschutz erfüllen. Die Klimageräte sind an das Change-Over-System angeschlossen. Dadurch kann dasselbe Netz für den Heiz- und Kühlfall verwendet werden. Die Erschliessung der Geräte erfolgt über Steigzonen und Flure. Die Räume innerhalb des Dämmperimeters werden über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gelüftet. Die Luft wird vorkonditioniert mittels spezielle Auslässe in die Räume eingebracht und über Absauggitter wieder abgezogen. In diversen Räumen wird die Luft in die Brüstungsgeräte geführt und von diesen in den Raum eingebracht. Bei den Schrankeinbaugeräten, welche speziell in den Klassenzimmern eingesetzt werden, handelt es sich um Verbundlüfter, welche die Räume mit Frischluft aus dem Korridor versorgen.


Energiesparend Kühlen und Heizen


Die Heizwärme wird dem Grundwasser entzogen und mittels Wärmepumpe auf ein entsprechendes Heiztemperaturniveau angehoben. Die Kühlung im Sommer erfolgt ohne Kältemaschine (freie Kühlung) direkt übers Grundwasser. Durch den sorgfältigen und konsequenten Umgang mit den Systemtemperaturen zur Raumheizung und Kühlung ergeben sich optimale Bedingungen zur maximalen Nutzung von energetischen Synergien (Heizen/Kühlen). Grundvoraussetzung ist dabei das sehr hohe Kühlwasser-Vorlauftemperaturniveau von 19°C und die tiefen Heizwasser-Vorlauftemperaturniveau von max. 28°C.


Architektur: Baumann Roserens Architekten AG
HLK-Planung: EBP Schweiz AG
Bauherrschaft: Immobilien Stadt Zürich



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