Vom Schnuppern bis zur LAP
Interview mit Sascha Berchtold
Sascha Berchtold betreut die Lernenden bei Erich Keller von der Schnupperlehre bis zur Lehrabschlussprüfung. Er kennt die Fragen, Unsicherheiten und Entwicklungsschritte, die zu einer guten Ausbildung gehören.
Sascha, worauf achtest du, wenn sich jemand für eine Lehre bei Erich Keller interessiert?
Am Anfang muss niemand schon alles können. Wichtig ist, dass jemand Interesse zeigt, zuverlässig ist und wirklich wissen will, wie unser Beruf funktioniert. Ich achte darauf, ob jemand aufmerksam ist, Fragen stellt, sorgfältig arbeitet und sich im Team einbringen kann. Handwerkliches Geschick hilft natürlich – aber vieles lernt man Schritt für Schritt.
Was erleben Jugendliche bei einer Schnupperlehre?
Sie bekommen einen ehrlichen Einblick in unseren Alltag. Sie sehen die Werkstatt, lernen Menschen aus dem Team kennen und dürfen einfache Arbeiten selber ausprobieren. Mir ist wichtig, dass sie nicht nur zuschauen, sondern spüren, wie genau und vielseitig unsere Arbeit ist. Nach einer Schnupperlehre sollen beide Seiten besser einschätzen können, ob es passt.
Was macht eine Lehre bei Erich Keller besonders?
Unsere Lernenden arbeiten nicht nur an Übungsstücken. Sie bekommen Einblick in echte Projekte – Innenausbauten, Möbel, Systemarbeitsplätze, technische Produkte und Planung. Dadurch verstehen sie früh, wofür ihre Arbeit gebraucht wird. Sie lernen ausserdem, dass Qualität nicht nur mit der Hand entsteht, sondern auch mit Vorbereitung, Konzentration und Verantwortung.
Wie begleitest du die Lernenden während der Ausbildung?
Ich begleite sie vom ersten Tag bis zur LAP. Am Anfang geht es darum, Sicherheit zu geben und die Grundlagen sauber aufzubauen. Mit der Zeit kommen anspruchsvollere Arbeiten und mehr Eigenverantwortung dazu. Wir schauen regelmässig, wo jemand steht, was gut läuft und wo noch Unterstützung nötig ist. Entscheidend ist, dass sich die Lernenden entwickeln können – fachlich und persönlich.
Was sollten Lernende mitbringen, damit die Ausbildung gelingt?
Neugier, Ausdauer und die Bereitschaft, genau hinzuschauen. In unserem Beruf zählt Sorgfalt. Man muss zuhören, nachfragen und auch einmal dranbleiben, wenn etwas nicht sofort klappt. Wer Freude an Material, Technik, Gestaltung und sauberer Arbeit hat, bringt eine gute Basis mit.
Welche Perspektiven haben Lernende nach der Lehre?
Nach der Lehre stehen viele Wege offen. Einige bleiben in der Werkstatt oder gehen auf Montage. Andere entwickeln sich Richtung CNC, AVOR, Planung, Projektleitung oder Weiterbildung. Das ist das Schöne an der Ausbildung: Sie gibt ein solides Fundament. Wer motiviert ist und Verantwortung übernehmen will, kann darauf viel aufbauen.
Was möchtest du Jugendlichen mitgeben, die unsicher sind, ob sie sich bewerben sollen?
Einfach schnuppern kommen. Man merkt vieles erst, wenn man den Betrieb gesehen hat und mit den Menschen gesprochen hat. Niemand erwartet, dass man schon alles weiss. Wichtig ist, dass man offen ist und herausfinden will, ob der Beruf und Erich Keller zu einem passen.